Starcraft 2

Alien Research - Honor

Fri 12th Apr 2013 - 6:09pm News

Steht hinter dem E-Sport. Wir sind die Zukunft des Entertainment, die Zukunft des Sports, die Zukunft des Technologie-Zeitalters!

Alien Research geht in die zweite Runde und diesmal ist es eines der bekanntesten Gesichter von uns Aliens: Niklas "AiHonor" Behrens. Viele kennen ihn wahrscheinlich von HomerJ. Wir haben ihn befragt zu verschiedenen Themen wie seiner momentanen Arbeit, seinen Ansichten zum eSport oder einem gesunden Lebensstil. Viel Spaß beim Lesen!

Hallo Niklas,

Wie gehts dir momentan bei HomerJ und was genau ist dort dein Aufgabenbereich?

Ich bin bei der Schenck Media Group fest als Konzeptor und Grafikdesigner eingestellt. Meine VODs sind in der Praxis schon fast eher als Teil meiner Freizeit anzusehen. In meiner Arbeitszeit wird an grafischen Verbesserungen und Neuerungen und an Konzepten für neue, geheime Projekte gearbeitet. Das Arbeitsverhältnis ist hier untereinander ziemlich locker. Das schönste ist, dass wir Business machen können, ohne uns an die Regeln der Anzug-Menschen halten zu müssen.

Wie bist du zu dem Job bei Basti gekommen?

Übers Gaming natürlich. Die ersten Male sind Basti und ich uns auf den Copenhangen Games und auf der Gamescom 2011 begegnet. Totoro kannte Basti und Co schon ein wenig, da wir dort mit Mavi einen Mann im HomerJ-Team hatten, der auch bei Alien Invasion mitwirkt. In dem Jahr hatte ich erst richtig angefangen zu zocken und konnte mir einige gute Platzierungen auf den Copenhagen Games, der Gamescom, vielen kleinen Online-Cups und am Ende des Jahres auf der Northcon erspielen. Neben des Gamings hatte ich nebenbei jedoch auch schon studiert, sodass eine richtige Pro-Gamer-Karriere eigentlich nicht mehr in Frage kam, trotzdem hatte ich in dem Jahr wohl am meisten überhaupt für eine E-Sport-Karriere als aktiver Spieler trainiert.
Auf der Gamescom hat Basti mich dann jedenfalls zum ersten mal nach Hamburg eingeladen, um den MLG-Qualifier von Sport 1 aus dem neuen Studio in der Amsinckstraße zu spielen. Dort verlor ich übrigens im Finale gegen Hasuobs. Wer weiß, was passiert wäre, wenn ich damals in die USA für eine MLG-Teilnahme geflogen wäre, aber nun ja dieser Qualifier war nicht die einzige knapp verpasste Qualifikation für ein großes Event. Basti und ich verstanden uns von Anfang an ziemlich gut und nach einigen weiteren Auftritten bei Casts im Studio, sind wir dann irgendwann auf die Idee gekommen, dass ich ja mein Praktikum im Rahmen des fünften Semesters meines Studiums bei ihm machen könnte. So geschah es dann auch im Februar 2012 und am Ende des Jahres nahm ich dann letztendlich eine Vollzeitstelle bei ihm an.

Wie hat sich dein Leben seit der ersten Auftritte bei HomerJ verändert und siehst du auch kritische Punkte?

Hm, das ist schwer. Erst einmal bin ich seitdem ich von Lübeck nach Hamburg gezogen bin, noch eine ganze Ecke weiter selbstständig geworden. Dann hat sich offensichtlich mein Bekanntheitsgrad gesteigert, obwohl meine spielerischen Leistungen eigentlich stetig sinken, seitdem ich das Praktikum bei Basti angefangen habe. Teilweise nimmt das schon ein wenig krasse Ausmaße an und ich bin mir nicht immer sicher, ob ich wirklich in der Öffenlichkeit stehen möchte. Ich hab an Routine vor der Kamera und im Reden allgemein dazugewonnen. Ich habe viel neues über Menschen und Business gelernt. Ich bin einsamer geworden, seitdem ich viel arbeite und in Hamburg wohne. Mir ist mit der Zeit klar geworden, wie grandios E-Sport eigentlich ist und wieviel Potential in der Szene steckt. E-Sport ist nun mein Leben, auch wenn es zu keiner aktiven Pro-Gamer-Karriere mehr kommen wird, steht mein Bewusstsein nun voll hinter dem E-Sport und ich möchte helfen diesen größer und besser zu machen.

Wie genau hast du zu Alien Invasion(eSports generell) gefunden?

Eigentlich war ich nur ein Nebenerwerb des damaligen EAS-Division 1-Spielers Cola aka ColaBier. Totoro wurd auf ihn und zwangsweise auch auf mich aufmerksam als wir beide von Tera Gaming am Ende des Jahres 2010 weggegangen sind, weil diese alle Versprechungen für das SC2-Squad gebrochen hatten und das komplette Squad Tera Gaming draufhin verlies. Ich war zu der Zeit nur im 2on2 richtig aktiv und hatte erst seit wenigen Monaten angefangen auch ein bisschen 1on1 zu spielen. Mein damaliger Ally Zephy und ich waren zu dem Zeitpunkt zusammen mit Empire.Aristeo und Empire.Cubert das einzige europäische 2on2-Team, das die damaligen noch vorhandenen 2on2 Cups von z.B. der 4PL gewinnen konnten. Nach Tera-Gaming hörte Zephy auf zu spielen und ich trainierte viel mit Cola und Inuh, der damals auch mit bei Tera-Gaming war und noch EPS spielte. Totoro nahm uns jedenfalls im Februar 2011 bei Alien Invasion auf und von da an konzentrierte ich mich voll auf 1n1, wobei ich noch in etlichen Clanwars zusammen mit Osho, der ebenfalls ein sehr starker 2on2-Spieler war, das 2on2-Matchup bestritt.

Wie würdest du Alien Invasion in einem Satz beschreiben?

Alien Invasion ist ein Traditionsteam, das seit seiner Gründung zu Quake 3 Zeiten am laufenden Bande neue Figuren des E-Sport hervorbringt.

Was ist dein schönster/spannendster Moment bei Alien Invasion?

Mein schönster Moment bei Alien Invasion war mein erster Mapwin gegen einen großen Gegner auf einem Offline-Event. Das war der Mapwin beim 1-0 in einem Bo3 auf den Copenhagen Games 2011 gegen Empire.Kas. Dort spielten wir auf einer kleinen Bühne und ich hatte mich zum ersten mal auf ein Event richtig vorbereitet. Beim Sieg fieberte das kleine Publikum sehr intensiv mit dem Spiel mit und ich fühlte mich danach großartig. Das war ein sehr emotionaler Moment. Auch wenn ich das Bo3 danach verlor, war dieser Moment Anlass für mich noch härter zu trainieren und immer wieder darüber nachzudenken (auch jetzt noch), wie toll eine richtige Pro-Gaming-Karriere doch wäre.

Wie siehst du momentan HotS (auch bezüglich Balance)?

Ich kann wenig über die aktuelle Balance sagen, da ich bis lang sehr wenig HotS in der finalen Version gespielt habe. Deswegen halte ich mich auch aus dieser Diskussion raus. Ich kann nur sagen, dass ich sehr glücklich darüber bin, wie frisch sich das Spiel auch zum Zuschauen und Casten wieder anfühlt und hoffe, dass es ein wenig dauert, bis die Matchups wieder so statisch wie in WoL ablaufen.

Was denkst du über andere eSport Titel wie LoL, Dota 2 oder CS:GO?

Jeder große E-Sport-Titel ist ein Segen für die Szene. Ich persönliche habe früher zu WC3-Zeiten sehr viel DotA gespielt, weswegen ich nun auch mal mehr und mal weniger aktiv in DotA 2 unterwegs bin. DotA ist einfach unglaublich gut und ich schaue mittlerweile privat öfter DotA-Casts und Ladder-Streams als Streams von SC2. LoL gefällt mir persönlich überhaupt nicht, da es lediglich DotA in einfach ist. Ich habe selber einige hundert Partien in der LoL-Beta bestritten. Seitdem ist das Spiel für meine eigenen Verhältnisse zu casual geworden. Dennoch ist es toll, dass Riot vormacht, wie man den E-Sport richtig unterstützt und dass soviele neue Fans zur E-Sport-Szene dazufinden, auch wenn ich LoL eher als die Light-Version des E-Sport sehe und ich es selber nicht spielen bzw. casten werde, um auf den befüllten Zug aufzusteigen. Mein Herz schlägt weiterhin am meisten für SC2. DotA 2 ist mein zweitliebster E-Sport-Titel. Mit LoL kann ich wenig anfangen und die Counter-Strike-Szene hat mich schon immer genervt :D Counter-Striker sind die Prolls der E-Sport-Szene und werden glücklicherweise immer weniger.

Wo siehst du dich und auch den eSports in 10-15 Jahren?

Ich denke, dass ich auch in 10-15 Jahren noch im E-Sport aktiv bin. Dann sicherlich nicht mehr vor der Kamera, sondern nur noch hinter den Kulissen als dekadenter E-Sport-Lobbyist.
Die Zukunft des E-Sport ist ungewiss und entscheidet sich im hier und jetzt. Bei allen Lobeshymnen Auf den E-Sport gibt es einige Probleme in der Szene, die einem nachhaltigen Wachstum im Weg stehen. Die größten drei Baustellen sind dabei das Image-Problem. Das Image des E-Sport muss deutlich aufpoliert werden, bevor der E-Sport wirklich Mainstream gehen kann. Vorurteile in unserer Gesellschaft verhindern, dass sich der E-Sport mit unserer Kultur verbindet. Dass das auch ganz anders geht, sieht man im E-Sport-Mekka Südkorea, wo es etwas völlig Normales ist, sich mit Freunden im Internet Cafe zu treffen und zu zocken. Dort sieht man E-Sport weiterhin als eine Karriere-Möglichkeit. Erfolgreiche E-Sportler sind dort hoch angesehen und haben nach einer Karriere keine Schwierigkeiten einen guten Job zu finden. In Deutschland würde man eine E-Sport-Karriere im Lebenslauf eher verheimlichen. Hier und in vielen anderen Ländern Europas und Nordamerikas werden lediglich die schlechten Seiten am Gaming gesehen, das gewaltige Geschäftspotential der Szene geht an einem Großteil der Gesellschaft vorbei.
Die zweite Baustelle ist die Talentförderung. Sie ist außerhalb von Südkorea, China und Taiwan nicht existent. Anstatt in eigene Strukturen zur Talentförderung zu setzen werden einfach Spieler und Teams aus Südkorea aufgekauft. In Südkorea gibt es E-Sport-Kurse an Schulen und Universitäten. Es ist klar, dass das Land so viele neue Figuren auf das E-Sport-Feld bringt, wenn sie bereits so früh anfangen, nach Talenten zu filtern. Wenn der Trend sich weiterhin in die Richtung fortsetzt, hat der E-Sport keine Chance eine wirklich globale Angelegenheit zu werden, da früher oder später ausschließlich Asiaten in den Top-Turnieren spielen werden, und den Fans außerhalb des asiatischen E-Sport-Raumes die Spieler ausgehen, mit denen sie mitfiebern können. Beste Beispiele dafür sind die Intel Extreme Masters, deren World Championship auf der diesjährigen CeBIT in Hannover ausgetragen wurden und das 2013 MLG Winter Championship. Auf der IEM gab es in den Finals von SC2 und LoL ausschließlich koreanische Beteiligung. Die Top 8 des Starcraft Turniers bestand dabei aus sechs Koreanern. Beim Starcraft Turnier der MLG waren sogar alle acht Spieler Koreaner.

Die dritte Baustelle ist das Thema Geld. Es gibt immer mehr Pro-Gamer, die vom E-Sport leben können. Dennoch ist es nach wie vor sehr schwer, sich soweit in der Szene zu etablieren, bis man diesen Punkt erreicht hat. Bis man gut genug ist, Preisgelder zu gewinnen, Gehälter von einem professionellen Team zu beziehen oder genügend Zuschauer auf dem eigenen Live-Stream hat, damit das Streamen rentabel wird, können Jahre vergehen. Diese Zeit kann nur von den Wenigsten überbrückt werden. Hinzu kommt, dass die wenigen Einnahmequellen, die von angehenden Pro-Gamern genutzt werden können, um eine richtige Karriere überhaupt möglich zu machen, bis hoch in das Oberhaus des E-Sport äußerst unzuverlässig sind. Die Zahlungsmoral in der Szene ist durchweg miserabel.

Wie würdest du reagieren, wenn du ein Angebot als Pro in Korea bekommen würdest und nun doch wieder die Gelegenheit zum Spielen bekommen würdest?

Wenn das Angebot stimmen würde, würde ich alles andere hinschmeißen und es direkt annehmen.

Welchen Sport machst du noch neben eSport und welchen Stellenwert haben für dich Ernährung und Fitness, was gerne von Vielen vernachlässigt wird?

Ernährung und Fitness nehmen einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben ein. Ich koche größtenteils mit frischen Zutaten und mache sehr viel Sport. Ich betreibe regelmäßig Kraftsport im Fitnessstudio und gehe laufen. Weiterhin denke ich, dass auch im E-Sport ein extrem hohes Steigerungspotential der Spielleistung durch einen gesunden Lebensstil möglich ist. Nicht umsonst wird in den Teamhäusern der koreanischen Top-Teams auf Ausgleich und Sportaktivitäten geachtet. Aber auch dort ist dieses Angelegenheit noch lange nicht ausgereizt.

Was willst du deinen Fans noch auf den Weg geben?

Steht hinter dem E-Sport. Wir sind die Zukunft des Entertainment, die Zukunft des Sports, die Zukunft des Technologie-Zeitalters. Zeigt, dass ihr Fans seid, steht vor euren Freunden dazu und führt sie an das Thema heran. Fahrt auf E-Sport Events und sorgt dafür, dass die Welt sieht, dass wir etwas großes haben. Nur so können wir die Medien und die ganzen Loser verstummen lassen, die sich über Gaming lustig machen und nicht nachvollziehen können, was wir sind.

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